Wissenschaftliche Publikationen

Die Sauerlandklinik Hachen hat in der Zeit von 1988 bis 2004 in Zusammenarbeit mit der Universität Gesamthochschule Siegen unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Günter Laufens umfangreiche Verlaufsstudien zur Vojta-Therapie durchgeführt.

In der Rehabilitation neurologisch bedingter Gangstörungen sind in den letzten 16 Jahren mit Laufbandtraining bemerkenswerte Erfolge erzielt worden. Deshalb wurde in weiteren Studien die Vojta-Therapie in einer Kombination mit dem Lokomotionstraining auf dem Laufband untersucht. Durch diese Verlaufstudien konnte die Wirksamkeit der Vojta-Therpie bei der Behandlung von MS-Patienten anschaulich nachgewiesen und durch Ausnutzung aller gegebenen Möglichkeiten auf die Behandlung von MS bedingten Symptomen abgestimmt werden.

Bei einer Verlaufskontrolle mit 86 MS-Patienten zeigen die Ergebnisse beispielsweise, welche Maßnahmen insbesondere zu Therapiebeginn zu größeren Verstärkungseffekten führen. Eine andere Verlaufskontrolle zeigt, dass bei einer speziellen Kombination in definierter Zeitabfolge „Alternierende Laufband-Vojta-Laufbandtherapie“ besonders gute Therapieerfolge erzielt werden.

4-2010 - Validierung der Gehstrecke im EDSS und MSFC

Vergleich der maximalen herkömmlichen Gehstrecke und der Gehstrecke auf dem Laufband (2010)

Dr. med. M. Heibel, MBA, Ärztlicher Direktor Sauerlandklinik Hachen,
G. Buchstein, ltd. Physiotherapeutin, G. Freiburg, stellv. Ltd. Physiotherapeutin
und Mitarbeiter aus der SKH

Abstract:
Eine objektive Durchführung der Gehstreckenmessung bei MS-bedingten Gehstörungen im ambulanten und klinischen Alltag erfordert einen erheblichen Zeitaufwand. Deshalb beruht die Gehstreckenbeurteilung bisher in den meisten Fällen lediglich auf subjektive Angaben des Patienten durch Befragung der Selbsteinschätzung.
Die Messung der tatsächlichen Gehstrecke ist jedoch ein wichtiger Faktor im Assessmentverfahren, da sie entscheidend für die Festlegung des Behinderungsgrades ist, welcher in einer u.a. nach Gehstrecke wertenden 10teiligen Leistungsskala von Kurtzke, dem EDDS (Expanded Disability Status Scale) eingeteilt wird.
Ziel dieser Verlaufkontrolle war es unter anderem, für bestimmte Personengruppen Möglichkeiten für standardisierte Gehstreckenmessungen mit relativ geringem Zeitaufwand für den klinischen Alltag zu finden.
Es wurden insgesamt 201 Patienten mit verschiedenen Behinderungsgraden untersucht. In der Kurtzke-Skala lagen sie zwischen einem EDSS von 3,0 und 7,5 mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren (20 bis 75).

Fazit:
Die Validierung der Gehstrecken mittels einer standardisierten Laufbanddiagnostik ist bei den meisten Patienten definitiv eine objektive Methode zur Ermittlung der tatsächlichen, herkömmlichen Gehstrecke für den klinischen Alltag. Die größte Abweichung bei 21 Patienten liegt bei -22,13%.
Die Abfrage der Selbsteinschätzung der Patienten über die herkömmliche, maximale Gehstrecke ist im Vergleich zu den tatsächlichen Laufbandgehstrecken bei Patienten mit leichteren Behinderungsgraden ein geeignetes Mittel, um den Behinderungsgrad nach Kurtzke einzuschätzen. Bei Patienten mit stärkerer Gehbehinderung wird empfohlen, die maximale Gehstrecke bis zur 1. Ruhepause durch einen Therapeuten herkömmlich oder alternativ durch die Laufbandvalidierung tatsächlich zu überprüfen.

4-2010 - Pilotstudie: Elemente einer unbewussten Lokomotion

G. Buchstein, G. Freiburg und Prof. Dr. G. Laufens

Die Vojta-Therpapie aktiviert man aus definierten Ausgangsstellungen. Eine wichtige Ausgangsstellung ist die Bauchlage, bei der die Extremitäten in eine kreuzgangähnliche Position gebracht werden. Eine andere Position ist die 1. Position, eine Hockposition auf den Unterschenkeln, eine Art Startposition zum Aufstehen.
Die Einahme solcher Positionen ist für viele stark behinderte Patienten sehr zeitaufwendig und nur unter großen Schwierigkeiten möglich. Es wird deshalb untersucht, ob die beschriebenen Ausgangsstellungen durch einfachere Ausgangsstellungen ergänzt bzw.ersetzt werden können.
In dieser Pilotstudie wird untersucht, ob aus einer Rückenlage mit verschiedenen Gelenkwinkelstellungen der unteren Extremitäten gezielte Teilmuster zu einer unbewußten Lokomotion aktiviert werden können.

1-1991 - Untersuchungen zu Verlauf und Effizienz einer Vojta-Physiotherapie

aus ausgewählten MS-Patienten in der Sauerlandklinik Hachen

G. Buchstein
Erstveröffentlichung in: Krankengymnastik 43 (1/1991) S. 39-40
Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG, München

Abstract
Digitale EMG-Messungen stellen jederzeit ein wesentliches Beurteilungskriterium für den Stand physiotherapeutischer Behandlungsverfahren dar. Es werden Abläufe von Langzeit- und Verlaufsmessungen mittels digitaler EMG-Messungen während einer Vojta-Physiotherapie über 4 bis 6 Wochen sowie Messverfahren in Bezug auf Einzel- und Kombinationsauslösungen beschrieben.

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5-2011 – Therapeutisches Klettern bei Multipler Sklerose

Sichtweise der neurowissenschaftlichen Lernforschung und Einbindung der ICF
von Gabriele Buchstein

Auszug aus Physiotherapie 5/2011, Pflaum-Verlag
siehe: Praxis > Erfahrung
Gabriele Buchstein
Therapeutisches Klettern bei Multipler Sklerose
Sichtweise der neurowissenschaftlichen Lernforschung und Einbindung der ICF

Therapeutisches Klettern stellt in Verbindung mit traditionellen Behandlungsverfahren bei Patienten mit Multipler Sklerose eine hervorragende Lokomotionstherapie dar. Die hohe komplexe Funktionalität der Kletterbewegung erfüllt eine Vielzahl von Kriterien der modernen Lernforschung sowie Komponenten der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Die Autorin legt Ihnen die verschiedenen Bewegungsformen dar und erläutert Ihnen eine der vielen möglichen Therapiekombinationen.

Parallelen zur Lokomotionstherapie auf dem Laufband

Rhythmische Bewegungen

Ähnlich wie bei der Lokomotionstherapie auf dem Laufband werden beim therapeutischen Klettern an einer Treadwall rhythmische Bewegungen durchgeführt. Beim freien Gehen auf dem Laufband schwingen die Arme bei einer normalen Gehgeschwindigkeit spontan zu den Beinen in einer Gegenbewegung, so dass ein Kreuzgangmuster entsteht (1). Dieser Armschwung beim Gehen kann die Fortbewegung hilfreich unterstützen, ist jedoch nicht zwingend erforderlich, um sich gehend fortzubewegen. Zumal es scheint, dass es sich bei der Flexionsbewegung des Arms beim Gehen um einen rein passiven Vorgang handelt.

Komplexer Bewegungsablauf

Im Vergleich zur Gehbewegung findet beim Klettern eine vertikale Lokomotionsrichtung statt und ein gesteigerter aktiver Einsatz der Arme ist erforderlich. Die Koordination der rhythmischen Aktivität von Armen und Beinen ist ein Charakteristikum der Vierfüßlerlokomotion. Es handelt sich um eine Komplexbewegung des ganzen Körpers inklusive Rumpfaktivierung. Komplexbewegungen sind entwicklungsgeschichtlich zum Teil angeborene Bewegungen, wie Gehen, Laufen oder Schwimmen....

Therapeutisches Klettern bei Multipler Sklerose

zum Online-Artikel der Zeitschrift pt – Zeitschrift für Physiotherapeuten

http://www.physiotherapeuten.de/pt/archiv/index.html

5-1991 - Vergleichend biologische Grundlagen zur angeborenen Lokomotion

insbesondere zum "reflektorischen Kriechen" nach Vojta

G. Laufens, S. Seitz, G. Staenicke
Erstveröffentlichung in Krankengymnastik (5/1991), S.448-456
Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG, München

Abstract
In diesem Artikel wird die Entwicklung und neuronale Kontrolle der Lokomotion aus Sicht der vergleichenden Biologie beleuchtet, und somit zu einem besseren Verständnis des sogenannten reflektorischen Kriechens und seiner physiotherapeutischen Anwendung beigetragen:
1. Entwicklung und Verbreitung ausgewählter Gangtypen: Reflektorisches Kriechen und quadrupede Gangarten, Fisch-Amphibien-Übergangsfeld, Reptilien und Säugetiere, der Mensch

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5-2012 – Unwillkürliche Lokomotionselemente

Eine Möglichkeit zur Unterstützung der Physiotherapie bei MS-Patienten?

von Gabriele Buchstein und Günter Laufens
Quelle: pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten, 5-2012

Einleitung: Die Kombination Vojta-Therapie und Gehtraining auf dem Laufband hat sich bei MS-Patienten als vielversprechend erwiesen. Die unter der Vojta-Therapie ausgelösten Reaktionen fallen jedoch von Patient zu Patient sehr variabel aus. Ziel dieser Arbeit war es, den Einstieg in die Therapie zu erleichtern und diese erfolgssicherer zu machen.

Methoden: In Abwandlung des traditionellen Vojta-Verfahrens wurden in verschiedenen Positionen in Rückenlage mithilfe von Druckreizen unwillkürliche Aktivitäten ausgelöst. Die Untersuchungsserien erfolgten an zwei MS-Patientengruppen. Die Patienten der ersten Gruppe hatten Erfahrungen in der Vojta-Therapie, die zweite Gruppe nicht.

Ergebnisse:
1. Untersuchungsserie: Knieextension in Verbindung mit Hüftflexion und Dorsalflexion des Fußes entstand in der Gruppe der Patienten mit Vojta-Erfahrung bei insgesamt 67% aller Versuche, und zwar als eindeutige bei 47,6% und als überwiegende Knieextension (neben dominanter Extension gelegentlich Flexion) bei 19,5%.
2. Untersuchungsserie: Eindeutige und überwiegende Knieflexion trat zusammen mit Hüftflexion und Dorsalflexion des Fußes bei 50% aller Versuche auf.
3. Untersuchungsserie: Eindeutige gangähnliche Bewegungsmuster wurden bei 30% aller Versuche beobachtet. In der Patientengruppe ohne Vojta-Erfahrung entstanden dieselben Reaktionen nur bei 12,5% bzw. 8,3% bzw. 16,6% aller Versuche der jeweiligen Untersuchungsserie. Zwischen den Knieflexionen am jeweils überhängenden Bein und den gangähnlichen Bewegungsmustern traten unterschiedliche Beziehungen auf.

Schlussfolgerungen: Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen und die Variabilität in der Patientengruppe mit Vojta-Erfahrung legen unter anderem eine weitere Verbesserung der therapeutischen Methodik nahe.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel:
http://www.physiotherapeuten.de/pt/archiv/2012/pt05/a_pt_12_05_wissenschaft01_grundlagenforschung.html

6-1991 - Ablauf und Erfolg einer Vojta Physiotherapie

an ausgewählten MS-Patienten

Laufens, G., Jügelt, E., Poltz, W. und G. Buchstein
In: Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 6 / 1991
Herausgeber: Firnhaber, W., Dworscak, K., Lauer, K., Nichtweiß, M.Springer-Verlag Berlin, Heidelberg

Abstract
Die Entwicklung der Bewegungsaktivität wurde 1991 während eines Klinikaufenthaltes bei täglicher Behandlung über fünf Wochen an 28 ausgewählten MS-Patienten mittels eines Haut-EMGs an acht peripheren Beinmuskeln während der Druckreizung am Tuber calcanei lateralis und an acht Armmuskeln mit Druckreizung an der Acromionzone gemessen.

Der Behinderungsgrad nach Kurtzke der untersuchten Patienten lag zwischen EDSS 3,5 und 6,5. Alle Personen wurden erstmalig nach Vojta behandelt.
Es lassen sich in der Entwicklung der Muskelaktivitäten im Wesentlichen drei Reaktionsgruppen unterscheiden:
1. Gruppe:
Die mittels EMG festgestellten Muskelaktivitäten nehmen während der Therapiezeit gegenüber der Ausgangsaktivität und von Woche zu Woche sehr deutlich zu

Zusammengenommen zeigen die Ergebnisse, dass die entwickelten EMG-Aktivitäten in einer Beziehung zur lokomotorischen Gesamtaktivität stehen. In der 1. Reaktionsgruppe sind die Steigerungen der lokomotorischen Gesamtaktivität deutlich grösser als in der 2. und 3. Reaktionsgruppe.

5-2012 – Die Kombination bringt Erfolg

Die Auslösung von Lokomotionsmustern in Rückenlage kann bei MS-Patienten das Gehen verbessern

von Gabriele Buchstein
Quelle: pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten, Praxis - Wissenschaft Transfer, 5-2012
Auf einen Blick

Forschungsfragen kommen aus der Praxis – aus der täglichen Arbeit mit Multiple Sklerose (MS)-Patienten entstanden die Fragestellungen für die Studie ab Seite 6 in dieser Ausgabe. Im folgenden Beitrag erklärt Ihnen die Autorin, was die Analyse an Erkenntnissen für die Praxis brachte, und zeigt an einem Fallbeispiel die Möglichkeiten der Kombinationstherapie auf. ...

Lesen Sie hier den gesamten Artikel:
http://www.physiotherapeuten.de/pt/archiv/2012/pt05/a_pt_12_05_praxis01_wissenschaft_transfer.html

4-1994 - Gehtraining auf dem Laufband

Behandlungskonzepte für MS-Patienten in der Sauerlandklinik Hachen entwickelt

Das Laufbandtraining basiert, ähnlich wie die Vojta-Physiotherapie, auf der Auslösung angeborenener Lokomotionsprogramme.

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Aktiv Nr. 165, 4/1994, D 11743 F, DMSG

12-2012 – Ganganalyse mit System

Laufbanddiagnostik und -therapie im physiotherapeutischen Alltag

von Gabriele Buchstein
Quelle: pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten, Praxis - Wissenschaft Transfer, 12-2012

Auf einen Blick
Die Analyse des Gangs ist fester Bestandteil der Physiotherapie. In der Regel findet sie aber unter qualitativen Aspekten statt, was eine objektive Verlaufskontrolle von Verbesserungen des Gangbildes erschwert. Die Autorin arbeitet in der Klinik mit einem speziellen Ganganalyse-System und erklärt Ihnen in diesem Beitrag wichtige Grundlagen für den Einsatz in der Praxis.

Kleiner Aufwand - große Wirkung: Funktionelle Defizite objektiv erfassen
Bei vielen Krankheitsbildern kommt es zu Veränderungen des Gangbildes. Diese objektiv zu beurteilen ist eine Herausforderung. Mit einem Ganganalyse-System auf dem Laufband bietet sich neben parallel angewandten krankheitsspezifischen Scoring-Systemen eine ideale Möglichkeit, funktionelle Defizite beim Stehen und Gehen objektiv zu erfassen und zu beurteilen. Dieses geschieht über spezielle Sensoren in der Messplattform in Kombination mit einem Videoanalyse-System. Eine spezielle Software ermöglicht gleichzeitig eine mit den Druckmessdaten synchronisierte Videoaufzeichnung.

Über den Abdruck der Füße auf der Kontaktplatte erfolgt eine genaue Analyse des Abrollverhaltens, der Druckverteilung, der Schrittzeiten und der Schrittlängen. Per Videoanalyse werden Abweichungen vom normalen Gangbild in Bezug auf Gelenkwinkelstellungen und Haltung ermittelt.

Der zeitliche Mehraufwand ist gering
Die Standanalyse erfordert eine Messdauer von etwa 20 Sekunden, um adäquate Daten zu erhalten. Bei der Ganganalyse reichen schon acht Doppelschritte (stride lengths) für eine aussagekräftige Ganganalyse aus. Laufbanddiagnostik und -therapie lassen sich bequem miteinander verknüpfen, so dass nur ein geringer zeitlicher Mehraufwand nötig ist.

Standanalyse
Die statische Belastungsanalyse gibt Auskunft über folgende Parameter

  • Belastungszentrum des ganzen Körpers sowie der Auflagefläche des rechten und linken Fußes
  • Vertikale Bodenreaktionskraft des rechten und linken Fußes
  • Prozentuale Belastungsverteilung der linken und rechten Auflagefläche der Füße sowie der Belastung der Auflageflächen des Vor- und Rückfußes

Alle drei Parameter sind im Rahmen eines Balance-Feedbacktrainings zur Korrektur von einseitiger Körperbelastung sowie Fehlbelastung der Füße ideal geeignet.

zum Online-Artikel der Zeitschrift pt – Zeitschrift für Physiotherapeuten

http://www.physiotherapeuten.de/pt/archiv/index.html

1994 - Physiologische Mechanismen bei der Vojta-Physiotherapie an MS-Patienten*

G. Laufens, W. Poltz, G. Buchstein & S. Seitz
Phys Rehab Kur Med 4 (1994): 1-4
Georg Thieme Verlag

Universität-GH Siegen (Fachbereich 8) und Sauerlandklinik Hachen, Neurologische Spezialklinik (Leitung: Dr. E. Jügelt), Sundern-Hachen

* Mit Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Frankfurt/Main.

Abstract
Bei der Vojta-Physiotherapie wird ein angeborenes Kreuzgang-Bewegungsmuster ausgelöst. Die zugehörigen Muskelreaktionen werden in Hinsicht auf Raum- und Zeitsummation sowie zonenspezifische Effekte untersucht.

86 MS-Patienten wurden zuerst von rechts und dann von links mit 6 Druckphasen behandelt: nacheinander zwei verschiedene Einzelzonen, dann eine Druckkombination aus beiden Zonen und dasselbe in umgekehrter Reihenfolge. Während der Druckphase wurde die elektomyographische Aktivität (EA) an ausgesuchten Muskeln gemessen.

Etwa die Hälfte der Patienten reagiert unter diesen Bedingungen eindeutig mit einer Raum- und Zeitsummation oder einer zonenspezifisch. Diese eindeutigen Reaktionscharakter nehmen mit der Behandlungshäufigkeit signifikant zu. Je größer die EA in der ersten Druckphase, desto stärker steigt sie in der letzten Druckphase an (Zeiteffekt, p<0,05). Druckkombinationen aus zwei Druckpunkten führen i.d.R. dann zu größerer EA, wenn ein Punkt den Schulter-Arm-Segmenten, der andere Hüft-Bein-Segmenten zugeordnet werden kann.

Die Ergebnisse zeigen, welche Druckpunktkombinationen insbesondere zu Therapiebeginn zu größeren Verstärkungseffekten führen und dass bei gut reagierenden Personen zeitsummative Wirkungen zum Tragen kommen.

https://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/physmed/doi/10.1055/s-2008-1061992

05-2013 – Verbesserung des Gangbildes objektiv darstellen

Ganganalyse und Therapieverlauf bei einer Patientin mit Multipler Sklerose
von Gabriele Buchstein
Quelle: pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten 5-2013

Siehe auch Videos:  http://www.youtube.com/user/PflaumVerlag1919

Auf einen Blick
Die Autorin stellt Ihnen in diesem Bericht mittels einer systematischen Ganganalyse den bei einer MS-Patientin erzielten Therapieerfolg vor. Die Patientin befand sich zur stationären Behandlung in einer auf Multiple Sklerose spezialisierten neurologischen Klinik. Die Anfangs- und die Enduntersuchung des ersten stationären Aufenthalts werden ausführlich dargestellt und mit der Enduntersuchung des zweiten stationären Aufenthalts verglichen.

Kasuistik
Kurze Anamnese
Die Patientin M.H. (51 Jahre) befand sich im März 2008 das erste Mal zur stationären Behandlung in einer neurologischen Spezialklinik für Multiple Sklerose. Seit dem Jahr 2000 litt die Patientin an Gangstörungen und war zunächst in orthopädischer Behandlung, bis im Jahr 2005 die Diagnose Multiple Sklerose gesichert wurde. Frau M.H. leidet an einem primär progredienten Krankheitsverlauf (PP-MS). Die Einstufung des EDSS (Expanded Disability Status Scale) nach Kurtzke lag im März 2008 bei 6,5. Das bedeutet, die Patientin benötigte beidseitig Hilfsmittel, um etwa 20 Meter gehen zu können.

zum Online-Artikel der Zeitschrift pt – Zeitschrift für Physiotherapeuten

www.physiotherapeuten.de/pt/index.html

1995 - Motorische Verbesserungen durch die Vojta-Physiotherapie

bei Patienten mit Multipler Sklerose und der Einfluss von Behandlungspositionen

Laufens, G; W. Poltz, E. Jügelt, E. Prinz, G. Buchstein & T. van Slobbe (1995):
Unter Mitwirkung von F. Schmiegelt, S. Seitz, A. Zielke.
Phys Med Rehab Kuror. 5:115-9.

Universität-GH Siegen (FB 8) und Sauerlandklinik Hachen, Neurologische Spezialklinik (Leitung: Dr. E. Jügelt), Sundern-Hachen

Mit Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Frankfurt/Main.

Abstract
Ziel der Untersuchung ist eine Quantifizierung von motorischen Sofort- und von 4-Wochen-Langzeit-Verbesserungen (LZV) durch die Vojta-Physiotherapie bei Multiple-Sklerose(MS)-Patienten sowie eine Klärung des Einflusses von Behandlungspositionen. 46 MS-Patienten mittleren Behinderungsgrades wurden in zwei ähnliche Gruppen von 23 Patienten unterteilt: Behandlungsgruppe I wurde aus zwei, Behandlungsgruppe II aus zahlreichen verschiedenen Positionen behandelt. Die Erfassung von sofort nach der Therapie auftretenden Verbesserungen erfolgte mit Hilfe von 8 physiologischen Tests, die LZV wurden über 10 physiologische Tests sowie über skalierte Muskelkraftprüfungen erfaßt.

Ermittelt man für jede Person aus allen physiologischen Tests eine mittlere prozentuale Sofortverbesserung, so findet man bei 38 Personen positive Ergebnisse; für die LZV bei 37. Bei den einzelnen physiologischen Tests liegen im Vergleich zur Ausgangssituation die LZV durchschnittlich zwischen 4 und 18% und bei den Muskelkraftprüfungen zwischen 1 und 12%.

Behandlungsgruppe II zeigt bei den weitaus meisten Tests etwas größere Verbesserungseffekte. Es gibt mehrere Hinweise, u.a. stärkere und einheitlichere elektro-myographische Aktivitäten während der Therapie, die vermuten lassen, dass die größeren Verbesserungen bei der Behandlungsgruppe II mit der Behandlungskonzeption zusammenhängen.

https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/physmed/doi/10.1055/s-2008-1061969

06-2013 – Golf, Klettern, Tennis

Freizeitsport als hilfreiche Terapie
von Gabriele Buchstein
Quelle: www.senioren-ratgeber.de, 06-2013

Seniorenratgeber, Ausgabe Juni 2013

Am Handicap arbeiten – Sport stärkt Körper und Seele bei Krankheiten

Ob Golf, Tennis oder Klettern – Freizeitsport erweist sich als hilfreiche Therapie bei schwerer Krankheit, Spaß und Glücksgefühle inklusive.

Mehr über die Gründe und auf was Kranke achten müssen, erfahren Sie hier:

www.senioren-ratgeber.de

2-1996 - Vojta-Therapie bei MS-Patienten

In drei praxisorientierten Studien wurde an der Sauerlandklinik die therapeutische Wirkung der Vojta-Therapie untersucht.

Die Vojta-Therapie wurde von Herrn Dr. Vojta, Kinderneurologe aus Prag, zur Behandlung neurologisch geschädigter Kinder und Erwachsener entwickelt.

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Aktiv Nr. 171, 2/1996, D 11743 F, DMSG

4-1996 - Behandlungserfolge und Bedingungen der Vojta-Therapie bei MS-Patienten

G. Laufens, G. Buchstein, W. Poltz, F. Schmiegelt (1996):
Erstveröffentlichung in Krankengymnastik 48, S. 518-532.
Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG, München

Abstract
Auf der Grundlage von quantitativen Untersuchungen wird über ausgewählte Behandlungsbedingungen und über Erfahrungen zur Vojta-Therapie bei MS-Patienten berichtet. ...
Den gesamten Artikel können Sie hier herunterladen:

10-1997 - Ergebnisse, Erfahrungen und Überlegungen zur Vojta-Physio-Therapie

bei Patienten mit Multipler Sklerose

G. Laufens, G. Buchstein, W. Poltz, F. Schmiegelt (1997):
Physiotherapie Praxis Nr. 10 - Oktober 1997

Abstract
Die Vojta-Physio-Therapie nimmt unter den verschiedenen Behandlungskonzepten mit neurophysiologisicher Wirkung eine Sonderstellung ein, weil sie ausschliesslich über die Auslösung angeborener motorischer Basismuster arbeitet.
In einer Pubklikation der Universität Siegen, Fachgruppe Biologie wurde in Zusammenarbeit mit der Sauerlandklinik Hachen 1997 eine Zusammenfassung einerseits wurden Bedingungen zur Vojta-Therapie untersucht, anderseits die Entwicklung angeborener Bewegungsaktivitäten beobachtet und mittels EMG Messungen analysiert.

1-1998 Physiotherapie Behandlungskonzepte bei MS

Kombinierte Methoden sind wünschenswert

Es ist bekannt, dass die MS eine mit sehr unterschiedlichen Symptomen verlaufende, chronisch entzündliche neurologische Erkrankung ist. ...

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Aktiv Nr. 178, 1/1998, D 11743 F, DMSG

1998 - Laufband- und Vojta-Physiotherapie an ausgewählten MS-Patienten

Ein Vergleich der Soforteffekte

G. Laufens, W. Poltz, G. Buchstein, F. Schmiegelt, S. Stempski:
Phys Rehab Kur Med 8 (1998) 174-177
Georg Thieme Verlag Stuttgart - New York

Abstract
Es wird untersucht, ob Laufband-Therapie und Vojta-Physiotherapie in sich ergänzender Weise zu einer Steigerung des Soforteffekts kombiniert werden können

16 MS-Patienten im Alter von 28-72 Jahren wurden fünf Wochen lang täglich wechselnd mit zwei Einheiten Laufbandtherapie und zwischenzeitlicher Pause oder mit 1 Einheit Laufbandtherapie plus 1 Einheit Vojta-Physiotherapie behandelt.

Eine Kontrolle der Soforteffekte erfolgte durch Gehprüfung auf einer 5,5 m langen Strecke. Gemessen wurden: Geschwindigkeit, Schrittlänge, Zeit für den Schritt der stärker betroffenen Extremität sowie die Winkeländerungen im Hüft- und Kniegelenk des stärker betroffenen Beins.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Sofortverbesserungen durch die Wiederholung der Laufbandtherapie grundsätzlich erweitert werden können. Im Vergleich zur 2. Einheit Laufbandtherapie fallen jedoch in der Mehrzahl der Wochen bei allen gemessenen Größen die Sofortverbesserungen nach der Vojta-Physiotherapie eindeutig größer aus (p < 0,05).

Dies gilt besonders für stärker betroffene Patienten. Es wird vermutet, dass der größere Soforteffekt der Vojta-Physiotherapie u.a. eine Folge der vorangegangenen Laufbandtherapie ist.

Fazit: Laufbandtherapie mit zeitlich anschließender Vojta-Physiotherapie bewirkt bei den meisten ausgewählten MS-Patienten einen größeren Soforteffekt als zwei aufeinanderfolgende Einheiten Laufbandtherapie.

https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/physmed/doi/10.1055/s-2008-1061840

1999 - Verbesserung der Lokomotion

durch kombinierte Laufband-/Vojta-Physiotherapie bei ausgewählten MS-Patienten

G. Laufens,  W. Poltz, E. Prinz, G.Buchstein , F. Schmiegelt: Phys Med Rehab Kuror 9 (1999): 187-189
Universität-GH Siegen (FB8) und Sauerlandklinik Hachen, Neurologische Spezialklinik (Leitung: Dr. E. Jügelt), Sundern-Hachen

Abstract:
In dieser Untersuchung wird über Erfahrungen mit einer kombinierten Therapie an ausgewählten MS-Patienten berichtet. Im Mittelpunkt steht die Lokomotionsverbesserung durch kombinierte Laufband-/Vojta-Therapie über 5 Wochen an 15 MS-Patienten mit Behinderungsgrad nach Kurtzke von EDSS 5,5 bis 6,5.

Zusammenfassende Ergebnisse:Eine kombinierte LBT/VPT führt dazu, dass nahezu fast alle gemessenen Patienten ihre Gehstrecke während einer 10minütigen LBT von Woche zu Woche verlängern können. Eine Behandlung aus Laufbandtherapie und daran anschließender Vojta-Physiotherapie erzielt bei den meisten MS-Patienten einen größeren Soforteffekt für die Lokomotion als zwei aufeinanderfolgende Laufbandtherapien. Diese Kombination bewirkt auch, dass der Anteil lokomotorisch verbesserter Patienten gegenüber ausschließlich nach Vojta behandelten Patienten zunimmt.

https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/physmed/doi/10.1055/s-2008-1061803

2004 - Alternierende Laufband-Vojta-Laufband-Therapie

bei stark gehbehinderten Patienten mit multipler Sklerose

G. Laufens,  W. Poltz, E. Prinz, G. Buchstein, F. Schmiegelt: Phys Med Rehab Kuror 14 (2004): 134-139

Abstract:

Fragestellung: Behandlungen mit speziellem Laufbandtraining konnten in der Rehabilitation neurologisch bedingter Gangstörungen in den letzten 10 Jahren bemerkenswerte Erfolge erzielen. Es sollte untersucht werden, ob und wie sich Laufbandtherapie (LT) und Vojta-Therapie (VT) wechselseitig ergänzen.

Methodik: In einer Pilotstudie erhielten 21 MS-Patienten täglich eine Behandlung mit der Abfolge LT - VT - LT. Am 2., 12. und 22. Behandlungstag änderte sich der Therapieablauf: zuerst VT und danach zwei Einheiten LT. Am 1., 2., 11., 12., 21. und 22. Behandlungstag wurde nach jedem Therapieabschnitt das Gehverhalten untersucht. Außerdem erfolgte mittels Haut-EMG eine Registrierung der elektromyographischen Aktivitäten während der VT. Die neurologische Begutachtung bestand aus skalierten Einschätzungen des Behinderungsgrades (EDSS nach Kurtzke), der Zerebellarfunktionen, der Spastik und der Muskelkraft vor der ersten und letzten Therapie. Zur Erhöhung der Empfindlichkeit wurden die zugrunde liegenden definierten Skalierungsabstufungen halbiert.

Ergebnisse: Die Untersuchungen zeigen, dass die elektromyographischen Aktivitäten in der VT weit überwiegend größer ausfallen, wenn vorher LT stattgefunden hat. Die in der zweiten LT zurückgelegten Gehstrecken sind signifikant länger als die in der gleich langen ersten LT-Einheit bei der Therapieabfolge LT - VT - LT. Gehgeschwindigkeit und Schrittlänge werden signifikant (p < 0,0001) verbessert. 16 von 19 neurologisch untersuchten Patienten verbesserten sich in der EDSS um 0,25 - 1 Stufe. Außerdem werden die Zerebellarfunktionen (bei 68,4 %) und die Muskelkräfte am stärker betroffenen Bein (bei 78,9 %) auffallend verbessert.

Schlussfolgerung: Im Gegensatz zu einer zwei Jahre zuvor untersuchten vergleichbaren Patientengruppe, die wöchentlich mit gleicher Zeitsumme aus VT und LT, aber anderer Zeitabfolge behandelt worden war, erhält man bei Gehgeschwindigkeit, Behinderungsgrad und Kleinhirnsymptomatik bemerkenswert größere Erfolge. Daher wird vermutet, dass die Abfolge LT - VT - LT mehr bewirkt als nur die Summe der einzelnen Therapiezeiten.

https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/physmed/doi/10.1055/s-2003-814921

1-2010 - Grenzen und Möglichkeiten: Physiotherapie bei MS

Magazin "lidwina" für Menschen mit und ohne MS

G. Buchstein, Heft 1/März 2010

Die Physiotherapie ist ein besonderer Schwerpunkt in der der Behandlung der Multiplen Sklerose. Dabei bestimmen Art und Ausmaß der vorhandenen motorischen Defizite des Patienten die Wahl der effektiven Physiotherapie für jeden einzelnen.

Die Grundlagen
Die Auswahl der physiotherapeutischen Konzepte zur Behandlung von MS-Patienten ist umfangreich. Es ist  daher notwendig, die geeignete Behandlungsmethode oder auch Kombinationsbehandlung so auszuwählen, dass ein optimaler Therapieeffekt erzielt wird. Die Fortbewegungsart des Menschen entspricht einem Kreuzgang. Die Steuerung der Kreuzgangfortbewegung beruht auf angeborenen und erlernten Bewegungsprogrammen. Die entwickelten physiotherapeutischen Konzepte basieren auf dem menschlichen Lernvermögen und auf der Auslösung angeborener Bewegungsmuster – oder auf beidem. Zur „Krankengymnastik Zentrales Nervensystem“(1) (KG), die bei der MS-Behandlung eingesetzt wird, werden u.a. Techniken der KG nach Vojta, Bobath und Techniken der propriozeptiven neuromuskulären Fazilitation (PNF) verwendet, sowie Lokomotionstraining auf dem Laufband, das „Therapeutische Klettern“ oder das Biofeedback-Balancetraining.

Ab einem bestimmten Behinderungsgrad lassen sich klinische Verbesserungen am besten aus einer Kombination verschiedener Behandlungsverfahren erzielen, die für jeden einzelnen MS-Patienten – abhängig vom Behinderungsgrad – individuell festgelegt werden. Häufige Wiederholungen von Bewegungen führen zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen. Deshalb ist auch die regelmäßige Eigentherapie auf der Basis eines individuellen Übungsplans ein wichtiger Baustein des Behandlungserfolges.

Physiotherapien

Die Vojta-Therapie
Die Vojta-Therapie aktiviert angeborene Bewegungsprogramme (z.B. das sogenannte „Kriechmuster“ aus der Bauchlage). Bei Patienten, die auf diese Form der KG stark reagieren, werden reflektorisch – also völlig automatisch – körperliche Reaktionen in Gang gesetzt. Diese fallen bei MS-Patienten sehr unterschiedlich aus: z.B. Muskelzuckungen bzw. -anspannungen, unwillkürliche Bewegungen im Bereich der Arme, Beine oder auch im Rumpfbereich. Weiterhin kommt es zu sensiblen und vegetativen Reaktionen. Unmittelbar nach der Vojta-Therapie treten häufig Sofortverbesserungen auf wie z.B. bessere Körperhaltung und leichtere Bewegungen beim Gehen. Ein Gehtraining im direkten Anschluss der Therapie kann besonders Patienten mit stärkerer Gehbehinderung helfen, die die gewonnenen Fähigkeiten zu stabilisieren und langfristig zu erhalten.

Bobath-Therapie

Die Grundlage der Bobath-Therapie ist das Arbeiten über Lerneffekte nach dem Prinzip „Übung macht den Meister“. Alle Bewegungsabläufe, z.B. Gehen, Werfen oder Greifen müssen erlernt, stabilisiert und automatisiert werden. Dieses Üben von Bewegungen regt Prozesse im zentralen Nervensystem an und verändert diese. Nervenbahnen werden ausgebaut und neue oder bereits vorhandene Synapsen eingeschaltet. Durch eine „Umorganisation“ des Gehirns können gesunde Gehirnregionen neue Aufgaben übernehmen.
Die Bobath-Therapie ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Die Techniken und Übungen sind sehr individuell von der jeweiligen Situation des Patienten abhängig. Diese Therapie eignet sich besonders gut für Patienten mit Defiziten bei der Gleichgewichtsregulation sowie Mobilität, die die Selbstversorgung, das häusliche Leben und  Partizipation betreffen. Besonders gute Verbesserungen werden mit aufgabenrelevanten, komplexen Übungen erzielt, z.B.  mit Bewegungen in alltäglichen Situationen wie Ankleiden, Hinsetzen, Trinken usw.

PNF-Therapie
PNF steht für propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation. Das bezeichnet das Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur. Die Bewegungsmuster der PNF-Therapie entsprechen normalen  Bewegungsmustern – dreidimensional und diagonal. Die Techniken sind genau vorgegeben und sie erfolgen in diagonalen Komponenten. Dieses therapeutische Konzept beruht darauf, dass komplexe  Bewegungsabläufe in einzelne Grundmuster zerlegt werden. Diese Pattern (Muster) werden dann mit dem betroffenen Patienten geübt. Diese Therapie eignet sich besonders bei MS-Patienten mit Lähmungserscheinungen und Mobilitätseinschränkungen und führt durch den ganzheitlichen und komplexen Ansatz zu guten Behandlungserfolgen in Bezug auf das Gehvermögen und alltägliche Bewegungen.

Lokomotionstraining auf dem Laufband
Dieses Training ist effektiver als ein herkömmliches Gehtraining, weil rhythmische Schrittzyklen den Schrittmustergenerator im Rückenmark besonders gut stimulieren und gleichzeitig eine höhere Schrittfrequenz erreicht werden kann. Bei MS-Patienten sind nicht selten beide Beine – aber unterschiedlich stark – betroffen. Das  Laufbandtraining bietet durch die bequeme Hilfestellung des Therapeuten auf der mehr betroffenen Seite eine ideale Lösung zum „Auftrainieren" des besseren Beins. Durch dieses bilaterale Training (beide Körperseiten werden gleichzeitig geübt) wird die „bessere“ Gehirnhälfte aktiviert. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch die „schlechtere“ Gehirnhälfte stimuliert wird. Das Gehtraining auf dem Laufband kommt dem natürlichen Gehen sehr nahe. Mittlerweile gilt es als bewiesen, dass eine Verbesserung des Gehvermögens am ehesten durch ein Gehtraining erzielt wird. Außerdem ist es ein aktives, aufgabenorientiertes Trainingsverfahren.

Therapeutisches Klettern
Das „Therapeutische Klettern" an Boulderwänden ist eine recht junge Disziplin. Die hohe komplexe Funktionalität der Kletterbewegung ermöglicht ein abwechslungsreiches Ganzkörpertraining mit dem eigenen Körpergewicht in geschlossenen Muskelketten. Es gibt dem Patienten Sicherheit und Selbstvertrauen in eigene körperliche Fähigkeiten und hat einen sehr hohen Motivationscharakter. Das „Therapeutische Klettern" ist auch ein bilaterales Training, jedoch noch anspruchsvoller als das Gehtraining, da die Koordination aller vier Extremitäten erforderlich ist. Die bilateralen, alternierenden (abwechselnden) Bewegungen, tragen Erkenntnissen zufolge zu einem besonderes guten Behandlungserfolg bei.

Biofeedback-Balancetraining
Bei diesem Training trainieren die Patienten spielerisch mit Hilfe eines Computer-Feedbacksystems ihre Balance. Die Aufmerksamkeit wird dabei nicht auf bestimmte Körperteile oder -bewegungen gelenkt, sondern auf den Effekt, den die Umwelt auslöst. Danach gelingt es häufig, sicher und dynamisch Gewichtsverlagerungen in alle Richtungen durchzuführen. Dies fordert und fördert sensorische, motorische und kognitive Aktivität.

Gabriele Buchstein,

 (1) Diese neurophysiologischen Behandlungstechniken werden im Heilmittelkatalog 2009 als Krankengymnastik Zentrales Nervensystem (KG ZNS) bezeichnet.

Leitung Physiotherapie Gabriele Buchstein
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Gabriele Buchstein

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Das Therapeutenteam der Sauerlandklinik

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