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Perfetti

Kognitiv Therapeutische Übungen nach Perfetti

Training nach Perfetti

Training nach Perfetti

Die Praxis:

Die Übungen werden meistens mit geschlossenen Augen durchgeführt. Vom Therapeuten werden Sie aufgefordert, „merkwürdige" Dinge zu erkennen. Jede Übung beinhaltet ein solches Erkenntnisproblem. Um es zu lösen, beginnen Sie zu überlegen, zu spüren, und Ihr Ergebnis zu formulieren.

 Ein kleines Beispiel aus der praktischen Arbeit: Die dosierte und feinabgestimmte Bewegung des Daumens ist von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit der Hand, mit den unterschiedlichsten Gegenständen und Werkzeugen zu hantieren und zu arbeiten. Ihr Daumen wird entlang eines Stäbchens geführt, der Therapeut kontrolliert mit seiner Hand, ob es zu einer unangemessenen Anspannung im Bereich von Daumen,  Hand und Arm bei der Bewegung  kommt und verändert, wo es nötig ist.

Er fragt Sie vielleicht danach, welches der Ihnen vorher gezeigten, unterschiedlich langen Stäbchen bei der Daumenbewegung zu spüren war und wie Sie das herausfinden konnten. Beim Lösen des Problems kann geübt werden, das Bewegungsausmaß des Daumens beim Abspreizen und zurück so genau zu regulieren, dass sehr feine Unterschiede deutlich werden. Die Hilfestellungen, die Ihnen dabei vom Therapeuten durch die Führung angeboten werden, können in dem Maß weggenommen werden, wie Sie im Verlauf der Übungen gelernt haben, die Daumenbewegung selbständig so zu steuern, dass Sie die Lösung der gestellten Aufgabe sicher erspüren und erfassen können.

 


Das Perfetti-Konzept

ist eine Behandlungsmethode, die von dem italienischen Neuropsychiater Prof. Carlo Perfetti  zunächst für die Behandlung der Hemiplegie (Halbseitenlähmung) nach Schlaganfall entwickelt worden ist und heute in vielen Kliniken, Rehazentren und therapeutischen Praxen im neurologischen, orthopädischen und pädiatrischen Bereich eingesetzt wird. Perfetti geht davon aus, dass  Rehabilitation ein Lernprozess ist. Bewegungsfähigkeiten können nur dann zur Zufriedenheit wiederhergestellt werden, wenn sie in einem Zusammenhang mit kognitiven (geistigen) Prozessen gesehen werden. Die kognitiven Prozesse, die bei einer Bewegung im Gehirn ablaufen, sind für die Entwicklung von Bewegungsfähigkeiten von entscheidender Bedeutung, Bewegung ist kein mechanischer Ablauf, sondern dient immer der Erkenntnis, dem Austausch und der Kontaktaufnahme mit der Umwelt.

Die therapeutischen Übungen basieren auf dieser Annahme. Es geht bei den Übungen darum, dass das Bewusstsein aktiv die Kontrolle über die körperlichen Feedback-Mechanismen ausübt. Der Patient führt die Übungen meistens mit geschlossenen Augen aus, so werden Tastsinn und Tiefenwahrnehmung, die bei der Organisation von Bewegungsabläufen eine wichtige Rolle spielen, in besonderem Maß gefordert.

Training nach Perfetti     Training nach Perfetti    

Inhalt und  Ziel der Übungen ist nicht Training  des Tastempfindens oder rein mechanischer Bewegungsabläufe, sondern das kognitive (bewusst-intelligente) Lösen bestimmter Aufgabenstellungen unter Nutzung afferenter (gespürter) Informationen.

Der Patient lernt bei den kognitiv-therapeutischen Übungen eine Aufgabe zu lösen. Durch die Aufgabenstellung  (z.B. wie kann ich mit meinem Daumen  Materialeigenschaften erkennen und unterscheiden) werden Aufmerksamkeit und Motivation auf ein Problem gelenkt. Zur Lösung dieses Problems wird der Patient zunächst vom Therapeuten durch eine Bewegung geführt, die mit der Aufgabe verglichen werden kann. Durch das  bewusste Abgleichen und Hinterfragen der gespürten Information kann die gewünschte Reizverarbeitung entstehen und sich langfristig die Fähigkeit des Zentralnervensystems zur adäquaten Planung und Durchführung von Bewegungen verbessern, so dass z.B. dann der Einsatz des Daumens beim Greifen und der Handhabung von Gegenständen im Alltag mit einer feinen und genauen Dosierung gesteuert werden kann.

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