1994 - Physiologische Mechanismen bei der Vojta-Physiotherapie an MS-Patienten*
G. Laufens, W. Poltz, G. Buchstein & S. Seitz
Phys Rehab Kur Med 4 (1994): 1-4
Georg Thieme Verlag
Universität-GH Siegen (Fachbereich 8) und Sauerlandklinik Hachen, Neurologische Spezialklinik (Leitung: Dr. E. Jügelt), Sundern-Hachen
* Mit Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Frankfurt/Main.
Abstract
Bei der Vojta-Physiotherapie wird ein angeborenes Kreuzgang-Bewegungsmuster ausgelöst. Die zugehörigen Muskelreaktionen werden in Hinsicht auf Raum- und Zeitsummation sowie zonenspezifische Effekte untersucht.
86 MS-Patienten wurden zuerst von rechts und dann von links mit 6 Druckphasen behandelt: nacheinander zwei verschiedene Einzelzonen, dann eine Druckkombination aus beiden Zonen und dasselbe in umgekehrter Reihenfolge. Während der Druckphase wurde die elektomyographische Aktivität (EA) an ausgesuchten Muskeln gemessen.
Etwa die Hälfte der Patienten reagiert unter diesen Bedingungen eindeutig mit einer Raum- und Zeitsummation oder einer zonenspezifisch. Diese eindeutigen Reaktionscharakter nehmen mit der Behandlungshäufigkeit signifikant zu. Je größer die EA in der ersten Druckphase, desto stärker steigt sie in der letzten Druckphase an (Zeiteffekt, p<0,05). Druckkombinationen aus zwei Druckpunkten führen i.d.R. dann zu größerer EA, wenn ein Punkt den Schulter-Arm-Segmenten, der andere Hüft-Bein-Segmenten zugeordnet werden kann.
Die Ergebnisse zeigen, welche Druckpunktkombinationen insbesondere zu Therapiebeginn zu größeren Verstärkungseffekten führen und dass bei gut reagierenden Personen zeitsummative Wirkungen zum Tragen kommen.
https://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/physmed/doi/10.1055/s-2008-1061992

