1995 - Motorische Verbesserungen durch die Vojta-Physiotherapie
bei Patienten mit Multipler Sklerose und der Einfluss von Behandlungspositionen
Laufens, G; W. Poltz, E. Jügelt, E. Prinz, G. Buchstein & T. van Slobbe (1995):
Unter Mitwirkung von F. Schmiegelt, S. Seitz, A. Zielke.
Phys Med Rehab Kuror. 5:115-9.
Universität-GH Siegen (FB 8) und Sauerlandklinik Hachen, Neurologische Spezialklinik (Leitung: Dr. E. Jügelt), Sundern-Hachen
Mit Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Frankfurt/Main.
Abstract
Ziel der Untersuchung ist eine Quantifizierung von motorischen Sofort- und von 4-Wochen-Langzeit-Verbesserungen (LZV) durch die Vojta-Physiotherapie bei Multiple-Sklerose(MS)-Patienten sowie eine Klärung des Einflusses von Behandlungspositionen. 46 MS-Patienten mittleren Behinderungsgrades wurden in zwei ähnliche Gruppen von 23 Patienten unterteilt: Behandlungsgruppe I wurde aus zwei, Behandlungsgruppe II aus zahlreichen verschiedenen Positionen behandelt. Die Erfassung von sofort nach der Therapie auftretenden Verbesserungen erfolgte mit Hilfe von 8 physiologischen Tests, die LZV wurden über 10 physiologische Tests sowie über skalierte Muskelkraftprüfungen erfaßt.
Ermittelt man für jede Person aus allen physiologischen Tests eine mittlere prozentuale Sofortverbesserung, so findet man bei 38 Personen positive Ergebnisse; für die LZV bei 37. Bei den einzelnen physiologischen Tests liegen im Vergleich zur Ausgangssituation die LZV durchschnittlich zwischen 4 und 18% und bei den Muskelkraftprüfungen zwischen 1 und 12%.
Behandlungsgruppe II zeigt bei den weitaus meisten Tests etwas größere Verbesserungseffekte. Es gibt mehrere Hinweise, u.a. stärkere und einheitlichere elektro-myographische Aktivitäten während der Therapie, die vermuten lassen, dass die größeren Verbesserungen bei der Behandlungsgruppe II mit der Behandlungskonzeption zusammenhängen.

