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Wissenschaftliches / Pub.

2004 - Alternierende Laufband-Vojta-Laufband-Therapie

bei stark gehbehinderten Patienten mit multipler Sklerose

G. Laufens,  W. Poltz, E. Prinz, G. Buchstein, F. Schmiegelt: Phys Med Rehab Kuror 14 (2004): 134-139

Abstract:

Fragestellung: Behandlungen mit speziellem Laufbandtraining konnten in der Rehabilitation neurologisch bedingter Gangstörungen in den letzten 10 Jahren bemerkenswerte Erfolge erzielen. Es sollte untersucht werden, ob und wie sich Laufbandtherapie (LT) und Vojta-Therapie (VT) wechselseitig ergänzen.

Methodik: In einer Pilotstudie erhielten 21 MS-Patienten täglich eine Behandlung mit der Abfolge LT - VT - LT. Am 2., 12. und 22. Behandlungstag änderte sich der Therapieablauf: zuerst VT und danach zwei Einheiten LT. Am 1., 2., 11., 12., 21. und 22. Behandlungstag wurde nach jedem Therapieabschnitt das Gehverhalten untersucht. Außerdem erfolgte mittels Haut-EMG eine Registrierung der elektromyographischen Aktivitäten während der VT. Die neurologische Begutachtung bestand aus skalierten Einschätzungen des Behinderungsgrades (EDSS nach Kurtzke), der Zerebellarfunktionen, der Spastik und der Muskelkraft vor der ersten und letzten Therapie. Zur Erhöhung der Empfindlichkeit wurden die zugrunde liegenden definierten Skalierungsabstufungen halbiert.

Ergebnisse: Die Untersuchungen zeigen, dass die elektromyographischen Aktivitäten in der VT weit überwiegend größer ausfallen, wenn vorher LT stattgefunden hat. Die in der zweiten LT zurückgelegten Gehstrecken sind signifikant länger als die in der gleich langen ersten LT-Einheit bei der Therapieabfolge LT - VT - LT. Gehgeschwindigkeit und Schrittlänge werden signifikant (p < 0,0001) verbessert. 16 von 19 neurologisch untersuchten Patienten verbesserten sich in der EDSS um 0,25 - 1 Stufe. Außerdem werden die Zerebellarfunktionen (bei 68,4 %) und die Muskelkräfte am stärker betroffenen Bein (bei 78,9 %) auffallend verbessert.

Schlussfolgerung: Im Gegensatz zu einer zwei Jahre zuvor untersuchten vergleichbaren Patientengruppe, die wöchentlich mit gleicher Zeitsumme aus VT und LT, aber anderer Zeitabfolge behandelt worden war, erhält man bei Gehgeschwindigkeit, Behinderungsgrad und Kleinhirnsymptomatik bemerkenswert größere Erfolge. Daher wird vermutet, dass die Abfolge LT - VT - LT mehr bewirkt als nur die Summe der einzelnen Therapiezeiten.

https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/physmed/doi/10.1055/s-2003-814921