6-1991 - Ablauf und Erfolg einer Vojta Physiotherapie
an ausgewählten MS-Patienten
Laufens, G., Jügelt, E., Poltz, W. und G. Buchstein
In: Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 6 / 1991
Herausgeber: Firnhaber, W., Dworscak, K., Lauer, K., Nichtweiß, M.Springer-Verlag Berlin, Heidelberg
Abstract
Die Entwicklung der Bewegungsaktivität wurde 1991 während eines Klinikaufenthaltes bei täglicher Behandlung über fünf Wochen an 28 ausgewählten MS-Patienten mittels eines Haut-EMGs an acht peripheren Beinmuskeln während der Druckreizung am Tuber calcanei lateralis und an acht Armmuskeln mit Druckreizung an der Acromionzone gemessen.
Der Behinderungsgrad nach Kurtzke der untersuchten Patienten lag zwischen EDSS 3,5 und 6,5. Alle Personen wurden erstmalig nach Vojta behandelt.
Es lassen sich in der Entwicklung der Muskelaktivitäten im Wesentlichen drei Reaktionsgruppen unterscheiden:
1. Gruppe:
Die mittels EMG festgestellten Muskelaktivitäten nehmen während der Therapiezeit gegenüber der Ausgangsaktivität und von Woche zu Woche sehr deutlich zu
2. Gruppe:
Die Muskelaktivitäten ändern sich mehrheitlich gegenüber der Ausgangsaktivität um weniger als 10%
3. Gruppe:
Die EMG Aktivitäten der dritten und vierten Messung sind für eine größere Zahl von Muskeln niedriger als in der ersten Messung.
Zusammengenommen zeigen die Ergebnisse, dass die entwickelten EMG-Aktivitäten in einer Beziehung zur lokomotorischen Gesamtaktivität stehen. In der 1. Reaktionsgruppe sind die Steigerungen der lokomotorischen Gesamtaktivität deutlich grösser als in der 2. und 3. Reaktionsgruppe.

